Das Abrogationsprinzip im Islam: Grundlage der Gewalt

Sa, 9. Mai 2026 | 9.00 bis 12.00 Uhr

In Debatten über den Islam und die Migration aus islamischen Ländern nach Europa wird häufig betont, er sei eine Religion des Friedens. Dabei werden oft friedliche Koranverse zitiert, ohne deren chronologischen Kontext zu berücksichtigen.

Der Koran entstand über 23 Jahre und enthält sowohl tolerante als auch kriegerische Verse. Frühere, meist friedliche Aussagen stammen aus der mekkanischen Phase, als Mohammeds Anhänger in der Minderheit waren. Spätere Verse aus der medinischen Phase sind offensiver und rufen zur Gewalt auf. Laut dem islamischen Abrogationsprinzip werden frühere Verse durch spätere aufgehoben – insbesondere in Fragen zu Krieg und Frieden. Dieses Prinzip ist zentral für das Verständnis der religiösen Legitimation von Gewalt im Islam. Das Seminar beleuchtet diesen Zusammenhang kritisch und lädt zur Diskussion ein.

Referent: M. Hikmat (Hikmat ist ein Ex-Muslim. Er ist Islamwissenschaftler, Theologe und Leiter des Fachbereichs Islam bei der Stiftung Zukunft CH)

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